Prothesenhygiene ist Mundhygiene

Mit der Prothese ergeben sich auch neue Anforderungen an die Mundhygiene und eine gründliche Reinigung ist unabdingbar, um Erkrankungen vorzubeugen. Bei der Prothesenpflege müssen alle Keime abgetötet werden, denn die Prothese liegt ja großflächig an der Mundschleimhaut an und wird dauerhaft getragen. Wird die Prothese nicht gereinigt und desinfiziert, entsteht ein idealer Nährboden für Bakterien, Viren und Pilze, die in den Blutkreislauf gelangen können.

Warum Prothesenreinigung?

Auf der Kunststoff- und Metalloberfläche der Prothesen bildet sich ein typischer Biofilm, der sich von der Plaque auf Zähnen insbesondere durch häufiges Vorkommen von Hefepilzen (Candida-Arten) unterscheidet. Unter den dort siedelnden Mikroorganismen sind auch Streptokokken und besonders häufig Staphylokokken (Staphylococcus aureus), die neben anderen Keimen bei Aspiration eine durchaus lebensgefährliche Pneumonie hervorrufen können. Zudem sammeln sich auf dem herausnehmbaren Zahnersatz Speisereste und Farbstoffe aus intensiv färbenden Lebens- und Genussmitteln wie Rotwein, Kaffee, Tee oder Nikotin an. Damit gibt es einige Gründe, warum Prothesen ebenso gründlich wie eigene Zähne zu reinigen sind:

  • Die pathogenen Keime müssen beseitigt werden, um einerseits Entzündungen des Prothesenlagers und andererseits eine Keimverschleppung durch Aspiration oder Ingestion zu verhindern, die schlimmstenfalls sogar tödlich enden könnten.
  • Die Speisereste sind nicht nur ein ästhetisches Ärgernis; bei ihrer Zersetzung entsteht ein unangenehmer Prothesengeruch - also auch Mundgeruch. Außerdem stören die Farbauflagerungen optisch.

Natürlich bekommen Prothesenzähne weder Karies noch Parodontitis. Anders sieht es bei Teilprothesenträgern aus: Diese haben ja die vielen inzwischen ersetzten Zähne nicht „aus heiterem Himmel“ verloren, sondern zumeist durch ebenjene Karies und Parodontitis. Und die noch vorhandenen Restzähne unterliegen selbstverständlich weiterhin diesen beiden Risiken. Teilprothesenträger haben es also mit zwei Sorten Biofilm zu tun, der Zahn- und der Prothesenplaque. Eine mangelhafte Prothesenhygiene führt dann rasch zum Verlust der für den Prothesenhalt oftmals so wichtigen letzten Pfeiler!

Bei Zahnprothesen (gleich ob Teil- oder Vollprothese) ist die bei der Zahnbürste geschilderte Hygieneproblematik generell viel größer: Die Prothese hat eine große Fläche, die auch noch dauerhaft an der Mundschleimhaut anliegt, so dass es leicht zu wunden Stellen kommt. Prothesenträger sind in der Regel älter, haben häufiger chronische Erkrankungen (wie z. B. Diabetes) und eine geschwächte Immunabwehr. Außerdem sind sie ohne es zu wollen besonders "antibiotikaerfahren", d. h. sie leiden im Falle einer Infektion eher an einer Antibiotikaresistenz. Ein besonders hartnäckiger Pilz wie z. B. Candida albicans hat bei Prothesenträgern ein besonders leichtes Spiel. Nach vier Stunden hat er alle porösen Stellen, weitere drei Stunden später gar die komplette Zahnprothese in Beschlag genommen. Da die Pilzerkrankung leicht Mundsoor auslösen kann, sollte die Zahnprothese täglich nicht nur gereinigt sondern auch wirksam desinfiziert werden. Bedenken Sie dabei, dass gängige Reinigungstabletten für Zahnprothesen lediglich gegen Bakterien, nicht jedoch gegen Viren und Pilze wirken.

 

Prothesenhygiene bei Risikopatienten

Bei Risikopatienten sind Prothesen auf jeden Fall als Infektionsquellen zu betrachten. Vor diesem Hintergrund ist klar, dass es einer täglichen mechanischen Reinigung und der Desinfektion mit dem Wirkstoff Chlorhexidin bedarf, da nur so auch die Candida-Pilze bekämpft werden. Zu Risikopatienten werden vor allem ältere Menschen unter immunsupprimierender Medikation (Medikamente, die das Immunsystem gezielt „herunterfahren“, z.B. nach Transplantationen und bei Autoimmunerkrankungen) oder mit krankhaft geschädigtem Immunsystem wie z. B. bei Leukämie. Diese Menschen sind ganz besonders durch die unter ihren Prothesen siedelnden Keime gefährdet, denn auch bei gesunden Totalprothesenträgern finden sich neben der üblichen Standortflora die Pathogene Enterobacter cloacae, Klebsiella pneumoniae und Staphylococcus aureus.

Das Verschlucken solcher Keime gilt lange schon als einer der Hauptinfektionswege der Lungenentzündung. Besonders gefährdet sind Bewohner von Pflegeheimen: Dort zählt die Lungenentzündung zu den häufigsten Todesursachen. Dementsprechend senkt eine konsequente Mund- und Prothesenreinigung das Risiko einer Lungenentzündung bei einem Pflegebedürftigen signifikant. In besonders gefährlichen Situationen, z.B. unter Chemotherapie bei Leukämie, sollte die Prothese nur zum Essen getragen werden, um das Keimreservoir unter dem Zahnersatz gar nicht erst entstehen zu lassen.

Die tägliche Prothesenhygiene sollte dem üblichen Ablauf entsprechen: Nach jeder Mahlzeit sollte also einmal im kräftigen Wasserstrahl abgespült werden und nach dem Abendbrot eine mechanische Reinigung mit der Prothesenbürste folgen. Danach sollte die Prothese jeden Abend desinfiziert und bis zum Morgen trocken gelagert werden. Daneben sollte die Mundschleimhaut einmal täglich mit einer weichen Zahnbürste massiert werden.

Worauf bei der Prothesenbürste achten?

Grundsätzlich gelten für Zahnprothesenbürsten die gleichen Empfehlungen zur Desinfektion wie für Zahnbürsten. Wichtig ist, dass Sie eine Zahnprothesenbürste nutzen, mit der Sie gut zurecht kommen und die Ihre Prothese wirksam reinigt. Die anti-infect-Prothesenbürste ist z. B. die einzige Prothesenbürste zum Durchgreifen - so greifen Sie mühelos durch selbst gegen hartnäckige Beläge oder Haftcreme-Reste. Ihre Dritten werden gründlich sauber. Die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik in Heidelberg hat mit ausgesuchten Patienten die Bürste und ihre Wirkung über 6 Monate hinweg untersucht. Ergebnis: ein klarer Trend, dass die anti-infect-geputzten Prothesen deutlich sauberer werden – und große Zufriedenheit der Anwender mit der Handhabung der Bürste. Die Bürste wird empfohlen für Vollprothesen, Übergangsprothesen, Sofortprothesen und Teilprothesen

Die Prothesenbürste entfernt den Zahnbelag, der sich auf den künstlichen Zähnen bildet. Essensreste und andere Rückstände werden durch kurzes Schrubben entfernt. Auch Verfärbungen durch Kaffee, Tee oder Nikotin sind so einfach zu entfernen. Die anti-infect Prothesenbürsten sind größer als normale Zahnbürsten und die Reinigung kann durch Ihre verschiedenen Borstenlängen an den verschiedenen Bereichen der Prothese gezielt vorgenommen werden. Auch für Patienten mit motorischen Einschränkungen ist die Handhabung ohne Probleme zu bewältigen. Durch die vergrößerte Oberfläche und die größere Anzahl an Borsten vergrößert sich auch der Nährboden für Keime, die im Mund bzw. auf der Prothese nichts zu suchen haben.

 

Reinigungstabs oder Profimethode?

Altbewährtes muss nicht ersetzt sondern sollte nur ergänzt werden. Analog zur täglichen Reinigung mit der Zahnbürste wird der Zahnersatz mit der anti-infect Prothesenbürste gereinigt. Um jedoch alle Keime (also auch Viren und Pilze) abzutöten, ist eine gründliche Desinfektion notwendig. Insbesondere die  Flächen, die an der Mundschleimhaut anliegen werden so keimfrei und die Prothese kann bedenkenlos eingesetzt und getragen werden. Mit dem anti-infect Dentalspray entfernen sie alle lästigen Keime, die die Mundhygiene stören. Das Spray wird auf die Prothese gesprüht und tötet alle Erreger ab. Danach muss die Prothese nur noch mit Wasser abgespült werden, sonst kann ein bitterer Geschmack haften bleiben.

Viele Prothesen verursachen bei Ihren Trägern Druckstellen und lassen kleine Verletzungen an der Mundschleimhaut entstehen. Entledigen Sie sich also mit dem Dentalspray der Krankheitserreger, die durch diese Verletzungen im Mund in den Blutkreislauf eindringen könnten.

 

Was tun gegen Candida albicans auf der Prothese?

Der häufigste Störenfried, der im Mund zu finden ist, ist der Candida albicans, ein besonders hartnäckiger Hefepilz. Der Candidapilz ist in der Regel harmlos, da er die natürliche Schleimhaut und die natürliche Immunabwehr nicht überwinden kann. Dringt er aber durch Verletzungen der Mundschleimhaut bei einem gleichzeitig geschwächten Immunsystem in den Körper ein, kann er schwere Erkrankungen wie eine Lungenentzündung oder Systemmyskopen (Infektion des gesamten Körpers) auslösen. Diese können dann oft nur noch durch Gabe von Antibiotika behandelt werden. Da es sich bei Prothesenträgern in der Regel um ältere Menschen handelt, liegt unter Umständen schon eine Immunschwäche oder gar Antibiotikaresistenz vor.

Herkömmliche Produkte für die Zahnpflege wie Reinigungstabletten töten zwar Bakterien ab, jedoch wirken sie nicht gegen Viren und Pilze. Bei einer Desinfektion mit dem anti-infect Dentalspray entfernen Sie auch sämtliche Pilzsporen.

 

Die Prothese auch nachts tragen?

Das ständige Prothesentragen über 24 Stunden am Tag lässt sehr viel leichter eine Candida-assoziierte Prothesenstomatitis entstehen. Deshalb wird empfohlen, die Prothesen nach der Eingewöhnungsphase von etwa drei bis vier Wochen nachts grundsätzlich herauszunehmen. Manche Patienten wollen sich jedoch auch während der Nacht nicht „demaskieren“; es gibt genügend Fälle, in denen der Lebenspartner nichts von der Prothese weiß. Die Regel lautet dann: Der Zahnersatz soll nachts so oft wie eben möglich entnommen werden. Je seltener dies geschieht, desto mehr zusätzliche Prophylaxemaßnahmen sind zu ergreifen, beispielsweise die Verwendung eines chlorhexidinhaltigen Dentalsprays und eine effektive Schleimhautbürstung während der üblichen Mundhygiene.

 

Prothese immer feucht lagern?

Herausgenommene Prothesen gehören in ein Glas mit Wasser – das scheint eine unumstößliche Wahrheit zu sein. So steht es in allen Lehrbüchern der Totalprothetik und so klären wohl fast alle Zahnärzte ihre Patienten auf. Als Grund für diese eiserne Regel galt, dass der PMMA-Basiskunststoff durch den permanenten Wechsel von Austrocknen und Wassersättigung derartigen Dimensionsänderungen unterworfen sei, dass er mechanisch instabil werde, dass Risse und Versprödung aufträten. Unter klinischen Bedingungen sieht es freilich anders aus und die Schrumpfung ist selbst klinisch nicht wahrnehmbar (0,05% Längenänderung). Interessant ist aber, was sich auf trocken gelagerten Prothesenoberflächen abspielt: Die Besiedelung mit dem Stomatitis auslösenden Hefepilz Candida albicans verringert sich bereits vor der Desinfektion signifikant.

Nach der abendlichen Mundhygiene sollte man also die Prothese lieber trocken lagern, denn im feuchten Milieu vermehren sich die Keime nur. Eine Schädigung durch diese Trockenlagerung ist nicht zu befürchten. Allerdings erspart die Trockenlagerung nicht die übliche Hygiene, denn es gibt Keime, die auch ohne Feuchtigkeit echte Überlebenskünstler sind, beispielsweise Staphylokokken.

 

Welche Flächen der Prothese soll man desinfizieren?

Natürlich fällt der Blick zuerst auf die Außenflächen der Prothesen, man sieht sofort die Speisereste in den Zahnzwischenräumen und die Farbauflagerungen an den Übergängen zwischen Prothesenzähnen und Basiskunststoff. Das ist unschön und riecht womöglich auch unangenehm – gesundheitsschädlich aber ist nur die Verschmutzung an der Prothesenbasis, also der zur Schleimhaut zeigenden Kunststoffoberfläche, die man wegen der Passgenauigkeit nicht auf Hochglanz poliert. Dort sind die Lebensbedingungen für viele pathogene Mikroorganismen besser, dort sind sie vor der mechanischen Einwirkung durch Zunge und Wange geschützt, dort gibt es keine Spülwirkung durch Getränke oder Speichelfluss, dort können sie durch den lang währenden und innigen Kontakt zur Schleimhaut entsprechende Entzündungen hervorrufen. Diese Infektionen sind zunächst schmerzfrei, werden also vom Prothesenträger kaum wahrgenommen. Unter der Gaumenplatte bildet sich dann ein Reservoir aus pathogenen Keimen, dessen Flora sich kaum noch Flora der Pharynx-Schleimhaut unterscheidet. Der Biofilm auf der zur Schleimhaut gewandten Prothesenfläche sollte wegen seines hohen pathogenen Potenzials also immer zuerst und mit besonderer Sorgfalt beseitigt werden. Danach folgen die anderen Flächen.

 

Sind Haftmittel hygienisch bedenklich?

Prothesenhaftmittel haben sich in wissenschaftlichen Untersuchungen längst bewährt und ihre Indikation gefunden. Trotzdem werden sie in der Lehrmeinung oft noch abgelehnt. Als ein Grund wird genannt, Haftmittel seien mikrobielle Nährböden auf den Prothesen. Wissenschaftliche Studien besagen jedoch das Gegenteil: Zwei neuere klinische Untersuchungen zeigten bei Totalprothesenträgern mit oder ohne Haftmittelnutzung weder hinsichtlich der Oberflächenbesiedelung mit Hefepilzen noch bezüglich der Keimzahl im Speichel signifikante Unterschiede. Wenn Haftmittel nach Herstellerangaben genutzt und am Abend möglichst rückstandslos entfernt werden, stellen sie demnach kein Hygieneproblem dar.