Zahnbürstenhygiene

Hätten Sie´s gewusst? Zahnbürsten, Zahnspangen, Zahnschienen und Zahnprothesen beherbergen selbst bei gründlicher Pflege viele Krankheitserreger. In einem Badezimmer können diese Keime nicht nur von einem selbst, sondern auch von Dritten stammen. Auf der feuchten Zahnbürste, die im warmen, feuchten Badezimmer kaum trocknet, finden diese Keime ideale Vermehrungsbedingungen. Karies, Parodontitis oder Scharlach fördernde Streptokokken, der Mundsoorerreger Candida albicans, Viren wie Grippe- oder Herpesviren wurden selbst auf gut gepflegten Zahnbürsten nachgewiesen.

Da Zahnbürsten ein perfekter Nährboden für Bakterien, Viren und Pilze sind, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Zahnbürste nach der Benutzung gut trocknen kann. Die Zahnbürste wird meist im feuchten Badezimmer aufbewahrt, so dass sie nach Gebrauch nur langsam trocknen kann. Die Zeit zum Abtrocknen verlängert sich mit steigender Gebrauchsdauer, da die einzelnen Borsten durch das Verbiegen während der Zahnreinigung Risse bekommen. Eine typische Zahnbürste hat 3.000 Borsten, die zusammengenommen eine Fläche von immerhin 150 Quadratzentimetern haben.

Durch den direkten Kontakt mit dem Mund ist die Zahnbürste eine ideale Übertragungsquelle für Infektionen, zumal die Borstenzwischenräume der Zahnbürste durch Eiweiße, Zuckermoleküle und Feuchtigkeit ein optimales Milieu zur Vermehrung von Keimen haben. Besonders langsam trocknet die Bürste zwischen den Borsten eines jeden Bündels. Hier bilden sich am schnellsten Biofilme, in denen mit Pseudomonaden, Klebsellien und Enterokokken zu rechnen ist. Es ist deshalb anzunehmen, dass das Keimspektrum auf der Zahnbürste nicht mit dem Keimspektrum in der Mundhöhle des Verwenders identisch ist.

Das Zähneputzen setzt möglicherweise keimhaltige Aeorosole (Wasservernebelungen) frei, die andere Zahnbürsten benetzen können. Durch Kontakt der Borsten mit der Hand oder mit der Öffnung der Zahnpastatube werden gegebenenfalls weitere Keime auf die Zahnbürste übertragen – seien Sie hier also vorsichtig und waschen Sie sich ggfs. vor dem Zähneputzen die Hände. Wechseln Sie die Zahnbürste alle 2 Monate und desinfizieren Sie sie am besten täglich, zumindest wenn Sie älter sind, eine chronische Erkrankung oder ein geschwächtes Immunsystem haben. Achten Sie darauf, dass sich die einzelnen Zahnbürsten Ihrer Familienmitglieder nicht berühren oder verwechselt werden. Verwenden Sie in der Familie also am besten verschieden farbige Zahnbürsten. Auf Zahnbürsten wurden schon Kolibakterien nachgewiesen, die in engen Badezimmern durch feine Wasservernebelungen dort hingelangen – spülen Sie deshalb die Toilette mit geschlossenem Deckel.

Viele sinnvolle Produkte zur Verbesserung der Mundhygiene wie Zahnpasta, Zahnseide, Zahnzwischenraumbürste, Mundspülung, Zungenschaber etc. wirken nur im Mund.  Der Aspekt einer möglichen Verkeimung dieser dentalen Materialien bleibt in der Regel unbeachtet. Anti-infect Dentalspray desinfiziert deshalb wirksam Zahnbürste, Zahnprothese, herausnehmbare Zahnspange, Zungenschaber, Zahnschiene bzw. Knirschschiene, Mundschutz und hilft so, Infektionen und Re-Infektionen zu vermeiden.

 

Zahnzwischenraumbürste

Die Zahnzwischenraumbürste ist mittlerweile ein bewährtes Hilfsmittel zur Entfernung der bakteriellen Zahnbeläge zwischen den Zähnen, insbesondere bei größeren Zahnzwischenräumen. Etwa 40% der Zahnoberflächen liegen in den Interdentalräumen und sind für Zahnbürsten nicht vollständig zugänglich. Da viele Zähne im Zahnhals- und Wurzelbereich Oberflächeneinziehungen vorweisen, sind sie auch mit Zahnseide kaum erreichbar. Interdentalbürsten sind bei diesen Gegebenheiten ein geeignetes Mittel, um Plaque effektiv zu entfernen und die Gefahr von Zahnzwischenraumkaries zu mindern. Ihr Zahnarzt hilft Ihnen, die für Sie passende Bürstengröße auszuwählen, die Sie z. B. bei den Bürstchen von TePe leicht an der Farbe erkennen können.

Im Gegensatz zu Zahnseide lassen sich Zahnzwischenraumbürsten zwar auch mehrfach benutzen. Dann sollten Sie aber auch desinfiziert werden, denn sonst besteht das Risiko, dass insbesondere Bakterien der Art streptococcus mutans von einem Zahnzwischenraum zum nächsten transportiert werden und die Gefahr von Zahnzwischenraumkaries dort erhöhen.

 

Bei Bruxismus hilft die Zahnschiene, Knirscherschiene oder Aufbissschiene

Der Bruxismus ist das unbewusste, meist nächtliche, aber auch tagsüber ausgeführte Zähneknirschen oder Aufeinanderpressen der Zähne, durch das die Zähne verschleißen, der Zahnhalteapparat überlastet und zusätzlich das Kiefergelenk, die Kaumuskulatur, aber auch andere Muskelgruppen, die zur Stabilisierung des Kopfes angespannt werden, geschädigt werden können. Auf diese Weise kann es bis zu schweren Schmerzsyndromen und Ohrpfeifen (Tinnitus) kommen. Nachts fühlt sich der Partner, ähnlich wie bei einem Schnarcher, häufig durch das laute Zähneknirschen gestört.

Als Risikofaktoren gelten nach Studien und Umfragen u. a. Schlafstörungen, chronischer Stress oder chronische Angst, hoher Alkohol- oder Koffeinkonsum, Rauchen und die Einnahme bestimmter Medikamente. Der qualifizierte Zahntechniker kann eine spezielle Knirscherschiene (Aufbissschiene) anfertigen, um den Abrieb an den Zähnen zu stoppen. Auch die Knirscherschiene sollte regelmäßig desinfiziert werden.

 

Kinderzahnbürsten in der KiTa

Allen Fortschritten beim Zahnzustand von Kindern und Jugendlichen zum Trotz gibt es leider zunehmend Kindertagesstätten und Horte, in denen die Kinder sich nicht mehr gemeinsam die Zähne putzen – und dies gerade deshalb, weil die perfekte Zahnbürstenhygiene nicht gewährleistet werden kann. Als Begründung wird die Gefahr des Vertauschens oder das häufige Herunterfallen von Zahnbürsten genannt. Theoretisch ist es denkbar, dass ein Kind sich mit den HI-Viren (HIV, das AIDS-erregende Virus) eines anderen Kindes infiziert. So verhindert ein möglicher seltener Grenzfall eine für alle sinnvolle Übung. Wir bedauern diese Entwicklung sehr, denn zunächst einmal sollten Kinder natürlich so früh wie möglich an die regelmäßige und völlig selbstverständliche Zahnpflege gewöhnt werden.

Wir empfehlen Kindertagesstätten und Horten, für die genannten Fälle ein Dentalspray vorzuhalten und die betroffene Kinderzahnbürste im Bedarfsfall zu desinfizieren. Sie vermeiden so Ungleichheit unter den Kindern (Kinder mit Spray und ohne Spray) und haben zugleich Gelegenheit, das Thema Zahnbürstenhygiene pädagogisch aufzugreifen. Denkbar ist z. B. ein feierliches Ritual, bei dem die Zahnbürste „repariert“ und wieder funktionsfähig gemacht wird. So bleibt ein Missgeschick ein Missgeschick und der Stellenwert der sauberen Zahnbürste wird auch von den anderen Kindern ganz nebenbei erlernt.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich am besten an die für Ihre Region zuständige Arbeitsgemeinschaft oder Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit. Sie halten dort weitere Vorschläge und Ideen z. B. zur vertauschungsfreien Aufbewahrung der Zahnbürste. An dieser Stelle bedanken wir uns bei der Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit in Heidelberg (www.agz-mk.de) für die Erprobung unseres Dentalsprays und die hilfreichen Hinweise.