Chemotherapie

In der heutigen Zeit ist der Begriff Chemotherapie fast ausschließlich für die Behandlung von Krebserkrankungen bekannt. Im Grunde genommen bezieht sich eine Chemotherapie auf jede Art von medikamentöser Behandlung, die darauf abzielt Zellen zum Absterben zu bringen oder am Wachstum zu hindern. Genauso wie Krebszellen können dies Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren sein.

 Bei genauer Betrachtung sind also auch Antibiotika als "Chemotherapie" einzuordnen. Als Methode für die  Chemotherapie bei Krebserkrankungen werden Zytostatika verwendet. Diese umgangssprachlich auch als Zellgifte bezeichneten Substanzen hindern die Zellen an der Teilung und bringen sie zum Absterben.

Behandlung durch Zytostatika

Im Gegensatz zu gesungen Zellen vermehren sich Krebszellen  sich ungehemmt durch unkontrollierte Zellteilung. Die Zytostatika sollen genau diese Zellteilung verhindern bzw. vermindern.

Verschiedenene Zytostatika wirken auf unterschiedliche Weise: Einige Mittel zum Beispiel schädigen die Erbinformation der Zellen, die DNA. Die DNA kann als "Betriebsanleitung" für die Zelle und deren Vermehrung betrachtet werden. Bei Zellteilung, also wenn aus einer Zelle zwei werden, muss für die reproduzierte Zelle ebenfalls eine DNA hinterlegt sein, also eine "Kopie der Betriebsanleitung". Zytostatika schreiben in die DNA Fehler, damit der Vorgang gestoppt wird oder blockieren den Vorgang direkt.". Eine andere Form von Zytostatika greift in den Stoffwechsel der Zelle ein. Die Zellteilung und das –wachstum wird verhindert und ein Absterben der Krebszellen bezweckt Zytostatika werden einzeln oder in Kombination verabreicht.

Risiken und Nebenwirkungen bei Chemotherapie

Das tückische an Chemotherapeutika ist, dass die  nicht nur auf Krebs-, sondern auf alle sich regelmäßig teilenden Zellen wirken. Weil Blutzellen – also rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen – ständig aus sich teilenden Knochenmarkszellen entstehen, ist ihre Bildung bei jeder Chemotherapie mehr oder weniger beeinträchtigt. Riskant ist vor allem, dass die Zahl der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen  während einer Chemotherapie drastisch sinken kann, was  Blutarmut (Anämie), ein geschwächtes Immunsystem und eine erhöhte Blutungsneigung nach sich ziehen kann. Unerlässliche Voraussetzung ist daher die Kontrolle der Blutwerte  während der Chemotherapie. Unser Immunsystem benötigt vor allem die weißen Blutkörperchen zur Steuerung unserer Abwehrreaktionen, zur Produktion von Antikörpern und zur Entwicklung von so genannten Killerzellen. Wenn weiße Blutkörperchen fehlen, steigt die Infektanfälligkeit deshalb sehr stark an.

Die Wirkung auf blutbildende Zellen zeigt sich nicht sofort. Je nach Zytostatika wird nach ca. 10 - 14 Tagen, bei manchen Stoffen auch erst nach 4 - 5 Wochen, der niedrigste Stand von Leukozyten und Thrombozyten erreicht. Während dieser Zeit ist die Abwehrkraft, vor allem gegenüber Infektionen, eingeschränkt. Hier sollte man besondere Vorsicht hinsichtlich Hygiene walten lassen und auch bem Zusammentreffen mit Angehörigen, Bekannten und ggf. Mitpatienten äußerst umsichtig sein. Ihr Arzt wird Ihnen für diesen Fall bewährte Verhaltensregeln mitteilen. Heutzutage gibt es Medikamente die, falls notwendig, eine zu starke Verminderung der weißen Blutkörperchen bei den meisten Patienten wieder beheben können. (z. B. die Medikamente Filgrastim oder Lenograstim).

Infektanfälligkeit

Während dieser besonders kritischen Phase, in der die Zahl der Blutzellen besonders stark dezimiert ist, sollte man alle möglichen Infektionsquellen meiden. Auf Rolltreppenhandläufen in Kaufhäusern, auf Kino- und Theatersesseln, auf Haltegriffen in Bussen und Straßenbahnen und auch in der Atemluft dieser geschlossenen Räume tummeln sich alle möglichen Krankheitserreger. Ein gesundes Immunsystem wird damit spielend fertig, aber eben nicht das eines Chemotherapie-Patienten. Vergessen Sie hierbei nicht die besonders sorgsame Mundhygiene. Auf der Zahnbürste können sich viele unerwünschte Krankheitserreger befinden, die bei einem geschwächten Immunsystem leichtes Spiel haben. Desinfizieren Sie Ihre Zahnbürste und alles, was mit Ihrem Mund in Berührung kommt (Zahnprothese, Zungenschaber etc.) besonders gründlich. Wenn Ihre Zahnbürste in der Nähe der Toilette Ihren angestammten Platz hat, achten Sie darauf die Toilette nur bei geschlossenem Deckel zu spülen, sonst können die Fäkalkeime auf Ihre Zahnbürste übertragen werden.

Unterstützende Maßnahmen

Mittlerweile ist es schon bei  einigen wenigen Tumorerkrankungen möglich, nur die Krebszellen anzugreifen und nicht die weißen Blutkörperchen. Dies geschieht über Antikörper, die man ergänzend zur zytostatischen Therapie als Medikament einsetzt. Der Antikörper bindet nur an bösartige Zellen und unterstützt so unter anderem die Reaktion des Immunsystems gegen das Lymphom. Trotz dieser neuen Methode muss bei vielen Betroffenen ergänzend eine zellzerstörende Chemotherapie oder eine Bestrahlung durchgeführt werden.
Maßvolle körperliche Anstrengung kann das Immunsystem unterstützen. Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft sind von Vorteil, wenn man Menschenansammlungen meidet und nicht bei typischem Erkältungswetter hinausgeht.