Wenn das Immunsystem schwächelt

Eine Immunschwäche ist im strengen medizinischen Sinne keine Krankheit. Unter Immunschwäche versteht man, die Unfähigkeit oder verminderte Fähigkeit des Organismus, Infektionen und Tumorerkrankungen abzuwehren. Unterschieden werden  primäre und sekundäre Immunschwächekrankheiten. Die primäre Immunschwäche ist eine anlagebedingte Schwäche des Immunsystems. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der sekundären Immunschwäche um einen Folgezustand von verschiedenen anderen Krankheiten, z.B. HIV- Infektion, medikamenteninduzierte Antikörpermangelsyndrome, hämatologische Tumore, Darmerkrankungen und Nierenerkrankungen.

Da der primäre, angeborene Immundefekt in der täglichen Praxis normalerweise nicht direkt diagnostiziert werden kann, handelt es sich in der Regel um eine Ausschlussdiagnose; erst durch Ausschluss der sekundären Immundefekte wird der primäre Immundefekt diagnostiziert.

Immunschwäche Indikatoren

  • In einem Jahr müssen bei vier oder mehr Infektionen Antibiotika gegeben werden.
  • Ein rezidivierender Infekt oder eines Infekt erfordert eine über die normale Dauer hinausgehende antibiotischn Therapie.
  • Schwere Infektionen, die mehr als zweimal aufgetreten sind( Osteomyelitis, Meningitis, Sepsis).
  • Mehr als eine Lungenentzündung in den letzten drei Jahren.
  • Infektion mit außergewöhnlicher Lokalisation oder ungewöhnlichen Erregern.

Wenn einer dieser Punkte zutrifft, sollte eine Untersuchung des Immunsystems erfolgen.

Immunschwäche behandeln

Zu jeder Jahreszeit und überall lauern Krankheitserreger, in den kälteren Monaten erwischen sie uns oft schnell und überraschend. Täglich kommen wir mit anderen Menschen in Kontakt, berühren Türklinken oder benutzen Einkaufswagen. An jedem öffentlichen Platz warten die Krankheitserreger nur darauf, uns zu befallen. Bei einem gesunden und starken Immunsystem lacht unser Körper über die Erreger und sind chancenlos. Schwächelt unser Immunsystem jedoch, haben die Erreger leichtes Spiel, das Schutzschild weist leicht zu entdeckende Lücken auf. Die Ursachen für eine Immunschwäche sind vielfältig und reichen von chronischen oder akuten Krankheiten über das Alter bis hin zu unseren Lebensverhältnissen. Zu wenig Schlaf und zu viel Stress über längere Zeit hinweg und ohne ausreichend Erholungsphasen können unser Immunsystem schwächeln lassen. Alkohol und Nikotin schaden dem Immunsystem. Treiben wir zu viel oder zu wenig Sport bzw. ernähren uns ungesund, ist ein weiterer Faktor für ein schwaches Immunsystem gegeben. Ferner haben auch ärztlich verordnete Behandlungen wie eine Cortison-Therapie, Chemotherapie oder Strahlentherapie sowie schwere Allgemeinerkrankungen wie HIV-Infektionen, die Zuckerkrankheit oder Blutkrebs einen negativen Einfluss auf unser Abwehrsystem.

Abwehrkräfte stärken

Um das permanente Gefühl der Schlappheit und Müdigkeit zu ändern, können wir in unsere Lebensumstände etwas anpassen. Bei ausreichend Schlaf in einem angenehm kühlen Zimmer, können sich unsere Zellen über Nacht und im Schlaf besser regenerieren. Empfohlen wird ausreichend Trinken, mindestens 2 Litern Flüssigkeit täglich. Geeignet sind Wasser oder ungesüßter Tee zum besseren Ausschwemmen von Schadstoffen aus dem Körper. Bewegung bei Wind und Wetter an der frischen Luft sorgt nicht nur für mehr Gesundheit, sondern verbessert auch unser Wohlbefinden. Das Händewaschen nicht vergessen und der weitest gehende Verzicht auf Nikotin oder Alkohol wirkt sich positiv aus. Wer genügend Obst und Gemüse isst, kann durch ausreichend Vitamin C seine Abwehrkräfte stärken. Eine gesicherte Zinkzufuhr sorgt für die nötige Innenabwehr. Allerdings liegen die Ursachen in den besonderen Lebensumständen der betreffenden Person, hier kann durch einen Arztbesuch beispielsweise eine gesündere Lebensführung erörtert oder über die richtigen Medikamente zur Selbsteinnahme beratschlagt werden.

Immunschwäche und Mundhygiene

Einige Krankheiten, die den Mund betreffen, können sich bei Immunschwäche besonders schnell anstecken oder einen schwereren Verlauf nehmen als bei einem intakten Immunsystem. Um diesen vorzubeugen empfiehlt es sich, besonders auf Mundhygiene zu achten. Gründliches Zähne putzen, Zahnseide, Zunge reinigen, Interdentalbürsten und eine Mundspülung sind die Grundvoraussetzungen für eine gesunde Mundhöhle. Allerdings lagern sich besonders auf der Zahnbürste oder der Zahnprothese Keime ab. Viren, Bakterien und Pilze fühlen sich in diesem feuchten Milieu besonders wohl. Gerade bei Immunschwäche ist es unerlässlich, die Zahnbürste keimfrei zu halten, damit keine Erreger über kleine Verletzungen in der Mundschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen können. Während Pilze und Bakterien auch mit kochendem Wasser abgetötet werden könnten, kann dies Viren nichts anhaben. Alternativ bleibt die Zahnbürste nach jedem Gebrauch zu entsorgen und nur noch so genannte Einmalzahnbürste zu nutzen. Mit dem anti-infect Dentalspray können Sie die Zahnbürste desinfizieren und schaffen so eine keimfreie Umgebung. Dies schont nicht nur den Geldbeutel sondern gleichzeitig die Umwelt.

Parodontose?

Sicherlich strahlt das Rauchen, insbesondere starkes Rauchen mit über 20 Zigaretten am Tag das größte Risiko aus. Problematisch ist bei Rauchern zusätzlich das die Zahnfleischentzündungen ohne das charakteristische Bluten verlaufen und daher erst spät von den Patienten beachtet werden. Auch in der ersten Zeit als Nichtraucher, kommt es zunächst vermehrt zu Zahnfleischbluten, auch wenn sich der Zustand des Zahnfleisches bessert. Schlechte Putztechniken odermangelhafte Mundhygiene bedingen Ablagerung von Belägen im Mund. In diesen Belägen befinden sich sehr viele Bakterien (Krankheitserreger), durch die eine Entzündung hervorgerufen die den Zahnhalteapparat zerstört.

Die wissenschaftliche Forschung legt ihren Focus in der jüngeren Vergangenheit immer mehr auf Immunschwächen. Die zielt nicht auf Aids oder eine andere schwerere Immunerkrankung ab, sondern  auf individuelle Unterschiede im Abwehrverhalten des Patienten gegenüber den Bakterien, wie die mangelnde Leistungsfähigkeit von Granulozyten (weißen Blutkörperchen).

Aphthen

Etwas Stress, eine leichte Immunschwäche oder auch nur kurzfristige Hormonschwankungen und schon können diese kleinen, überaus schmerzhaften Bläschen an Mundschleimhaut und Zunge aus, die das Sprechen, Kauen und Schlucken stark beeinträchtigen können, entstehen. Eine Aphte (Afte) ist eine rundlich-ovale schmerzhafte Schleimhautläsion, die akut auftritt und meist linsengroß ist.

Diese unangenehmen Bläschen können einzeln entstehen oder bilden sich in größerer Anzahl an Mundschleimhaut oder Zungenrand und selten auch im Rachenraum. Oft treten sie an mechanisch beanspruchten Bereichen im Mund in der Nähe von Eckzähnen oder Berührungspunkten zu einer Zahnspange auf. Die Aphte heilt meist selbständig innerhalb von 10 bis 14 Tagen ab.

Mundschleimhautentzündung

Die Mundhöhle bildet ein Verbindungsglied von der Außenwelt mit dem Körperinneren. Sie dient Nahrungsaufnahme, Atmung, beherbergt Zunge und Zähne und geht in den Rachen mit Verbindung zu den Lungen und zum Magen-Darm Trakt über. So kann es kaum überraschen, dass der Mund kein steriler Ort ist. Er ist komplett mit Schleimhaut ausgekleidet, auf der verschiedene Keime der gesunden Mundflora siedeln. Die Mundschleimhaut muss eindringende Viren, Pilze und Bakterien abwehren und mit möglichen Irritationen durch Hitze, Zahnprothesen, falscher Ernährung und vielen anderen Faktoren fertig werden.

Bei Abwehrschwäche des Immunsystems oder Stress kann es so zur Entzündung der Mundschleimhaut kommen. Hier sind richtige Mundhygiene, Verzicht von Alkohol und Nikotin und gesunde Ernährung besonders wichtig.

Die Mundschleimhautentzündung ist eine Entzündung der Schleimhaut, die die Mundhöhle auskleidet. Häufig ist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) die Ursache.

Vorwiegend kommt Mundschleimhautentzündung als Mundsoor, eine Infektion mit dem Candida-Hefepilz und die Gingivostomatitis herpetica, eine Herpes-Virus Infektion, die bei Erwachsenen führt dies meist nur zum Lippenherpes führt, vor. Abwehrschwäche und Stress spielen eine ursächliche Rolle.

Herpes

Das Virus, das Lippenherpes auslöst und die lästigen Bläschen entstehen lässt, tragen viele Menschen jahrelang ahnungslos in sich. Zum Ausbruch kann es auch eine lokale Immunschwäche kommen. Fieber, andere Erkrankungen oder auch Ekel verursachen Stress, sorgen für eine vermehrte Adrenalinproduktion und damit für die Schwächung des Immunsystems.

Bei den meisten Menschen nistet sich das Virus im Körper ein, bricht aber nicht aus. Was genau die Ursachen dafür sind, dass die Viren irgendwann aktiv werden, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Es scheint einige Mechanismen zu geben, die ihre Reaktivierung begünstigen. Dazu gehören neben den bereits genannten Faktoren auch intensive Sonnenbestrahlung beispielsweise beim Skifahren oder am Meer sowie hormonelle Veränderungen.

Wenn es im Mundwinkel, an oder auf der Lippe kribbelt und brennt, und sich in Windeseile juckende Bläschen bilden, dann sind das meist Symptome für Lippenherpes.

In den meisten Fällen wird die Erkrankung durch das Herpes-simplex-Virus Typ I, sehr selten durch Typ II, ausgelöst. Die wissenschaftlichen Schätzungen belaufen sich zwischen 70 und Prozent der Bevölkerung die mit dem Erreger infiziert sind.

Mundpilz

Candida albicans, ein Hefepilz, befindet sich auf den Schleimhäuten der meisten Menschen. Solange es nicht zu einer übermäßigen Ausbreitung des Hefepilzes kommt, richtet er keinen Schaden im Körper an. Wenn allerdings der Hefepilz sich zu sehr ausbreitet, weil der Körper z.B. durch eine Immunschwäche aus dem Gleichgewicht gerät, kann er sich in Form von Darmpilz, Scheidenpilz, als Pilzerkrankung des Rachen-Mund-Raumes etc. äußern.

Oft begünstigt die Einnahme von Antibiotika die unkontrollierte Ausbreitung des Hefepilzes pathogen werden, da die Darmflora durch das Medikament geschwächt ist.